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Prof. Dr. Ute Fischer

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Ballungsräume haben noch viel Potenzial für bürgerschaftliches Engagement

Urbane Ballungsräume bergen ein vielfach noch ungenutztes Potenzial für bürgerschaftliches Engagement. Zu diesem Zwischenergebnis kommt eine Ehrenamtsstudie der Fachhochschule Dortmund unter der Leitung von Prof. Dr. Ute Fischer. Mit gezielten Mitteln könnten Kommunen dazu beitragen, diese Potenziale besser freizusetzen.

Für die Studie haben die Wissenschaftler*innen der Angewandten Sozialwissenschaften an der FH Dortmund fast 8.000 Fragebögen an Bewohner*innen von drei Stadtbezirken in Unna verschickt und dabei sowohl dörfliche Siedlungsstrukturen als auch städtisch geprägte Sozialräume abgedeckt. Etwa die Hälfte der Antworten kamen von nicht ehrenamtlich engagierten Personen.

Stille Reserven in Ballungsräumen

Während in den Dörfern die gewachsenen Familien- und Siedlungsstrukturen und die geringe Anonymität die Bereitschaft für ehrenamtliches Engagement positiv beeinflussten, lägen im städtisch geprägten Raum stille Reserven. „Das ist nicht nur in den untersuchten Stadtbezirken so, sondern lässt sich auf andere Städte und Regionen übertragen“, sagt Prof. Dr. Ute Fischer. Zudem steige gerade in Ballungsräumen die Engagement-Quote mit der Wohndauer. Informationen über existierende Angebote und Ansprechpartner*innen kämen bei Zugezogenen oft nicht an. „Die Schwelle für den ersten Kontakt ist in diesen anonymen Strukturen noch zu groß“, so Ute Fischer.

Unabhängig von den Sozialräumen seien sich die Engagierten in der Stadt wie auf dem Dorf einig in ihrer Motivation: Engagement bereitet Freude! „Auch die persönlichen Hemmnisse sind identisch“, erklärt Ute Fischer. Durch alle Altersklassen hinweg steht der Mangel an Freizeit oftmals einem ehrenamtlichen Engagement entgegen. Von den Befragten wurde dabei auf den gestiegenen Druck im Job wie in der Schule verwiesen.

Dennoch könnten Kommunen mit Anreizen wie öffentlicher Anerkennung, aber auch kleinen regionalen Gutscheinen oder Beteiligungen an Tickets für Bus und Bahn weitere Potenziale für ehrenamtliches Engagement heben, so die Wissenschaftler*innen. Gerade in urbanen Regionen sei dies eine Chance, Neubürger*innen zu motivieren – vorausgesetzt, sie erfahren auch von diesen Angeboten.                                

(Quelle: Pressestelle FH-Dortmund)

Curriculum Vitae

Ute Luise Fischer
Prof. Dr. rer. pol. habil., Soziologin, Diplom-Volkswirtin
Hochschuldidaktische Moderatorin, Analytische Beraterin

Wissenschaftlicher Werdegang

seit September 2010  Professorin für Politik- und Sozialwissenschaften an der Fachhochschule Dortmund, Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften

Okt. 2009 – März 2010  Lehrbeauftragte an der Universität Innsbruck, Fakultät für Politikwissenschaft und Soziologie

April – Sept. 2009  Vertretung der W2-Professur „Qualitative Methoden“ an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Sozialwissenschaftliche Fakultät

Januar 2009  Habilitation (venia legendi „Soziologie“) an der Technischen Universität Dortmund

April 2004 – August 2010  Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsgebiet Arbeitssoziologie (Prof. em. Dr. Hartmut Neuendorff), an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Technischen Universität Dortmund

Oktober 2000  Promotion in Soziologie an der Universität Dortmund

April 1995 – März 2004  Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Arbeitssoziologie (Prof. Dr. Hartmut Neuendorff) der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Universität Dortmund.

Jan. 1993 – Dez. 1995  Kollegiatin im DFG-Graduiertenkolleg „Geschlechterverhältnis und sozialer Wandel“ an den Universitäten Dortmund, Bielefeld, Bochum, Essen.

Okt. – Dez. 1992  Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Neue Entwicklungen bei der sozialen Gestaltung von Telearbeit“ beim „IuK Institut für sozialwissenschaftliche Technikforschung“, Dortmund.

September 1992  Diplom in Volkswirtschaftslehre und Soziologie an der Universität Dortmund

April – Oktober 1991  Durchführung des Forschungsprojektes „Was hindert Frauen, bei Karstadt Karriere zu machen?“ im Auftrag der Karstadt AG, gemeinsam mit Prof. Dr. Ursula Schumm-Garling und Dr. Renate Martens.

Okt. 1985 – Sept. 1992  Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Universität Dortmund, Schwerpunkt Volkswirtschaftslehre, insbesondere Makroökonomie und Wirtschaftspolitik; Nebenfächer Allgemeine Soziologie, Arbeitssoziologie

Preise und Auszeichnungen
2012  Preis der Fördergesellschaft der FH Dortmund für besondere Leistungen in der Lehre
Mitgliedschaften

Deutsche Gesellschaft für Soziologie
Sektion Frauen- und Geschlechterforschung der Deutschen Gesellschaft für Soziologie
AG Objektive Hermeneutik

Deutsche Vereinigung für Politische Wissenschaft

Zusatzausbildungen

Nov. 2003 – Nov. 2005  Analytische Beratungsausbildung (durch Annette Gerlach, Analytische Praxis für Beratung, Weiterbildung und Supervision, Dortmund e.V.)

Juni 1999 – Juli 2001  Berufliche Weiterbildung zur hochschuldidaktischen Moderation (HDZ Universität Dortmund, Prof. Dr. Johannes Wildt)

Freiberufliche Tätigkeiten

seit 2005  Beratungstätigkeit für Führungskräfte (Teamentwicklung), wissenschaftlichen Nachwuchs (Aufrechterhaltung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit) und junge Erwachsene (biografische Krisen)

seit 2001  Dozentin für Hochschuldidaktik, u.a. für die Junge Akademie Berlin/Brandenburg, die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Universität Paderborn, Universität Siegen, Ruhr-Universität Bochum

seit 1998  Dozentin in der beruflichen Weiterbildung (Frauengleichstellung als Personalmanagement, Teamentwicklung, Rhetorik und Präsentation, Kommunikation und Konfliktbewältigung), u.a. für die Management Akademie Essen, Zentrum für Weiterbildung der TU Dortmund, Kulturverein Balou Dortmund

Ehrenamtliche Tätigkeiten

Bürgerschaftliches Engagement
seit März 2003  Mitbegründerin der Initiative „Freiheit statt Vollbeschäftigung“ mit Vortrags- sowie Publikationstätigkeiten zur Förderung des Vorschlags eines „bedingungslosen Grundeinkommens“ als sozialpolitische Reformalternative

Kulturelles Engagement
Nov. 1996 – Nov. 1999  Begründung, Gestaltung und Moderation des „Salon“, eine monatliche Veranstaltung für Genuss und Diskussion künstlerischer, literarischer und gesellschaftspolitischer Themen (gemeinsam mit Martin Geck, Christel Mathes, Martin Hartmann), Witten.

Sportliches Ehrenamt
2000 – 2010  Trainerin für Aikido (eine japanische Kampfkunst für die Stärkung von Körperbewusstsein, Selbstbehauptungskompetenz und De-Eskalationsfähigkeit) im Kulturzentrum Balou in Dortmund-Brackel

seit 2012 Journalistische Sportberichte für die Lokalredaktionen Unna

Politische Jugendarbeit
1982 – 1989  Mitarbeit in der Friedensbewegung, überregionalen Schülervertretungsarbeit und politischen Jugendgruppen

Forschung

Forschungsprojekte

Bürgerschaftliches Engagement in Unna

Hintergrund und Thema des Forschungsvorhabens

Stadtgesellschaften verändern sich. Auch in Unna wird die Bevölkerung älter, es entstehen neue Bedarfe an Freizeit- und Hilfeangeboten. Gleichzeitig werden die kommunalen Mittel knapper, um alle Bedarfe von Seiten der Stadt zur Verfügung zu stellen. Zudem steigt der Anspruch der Bewohner*innen, mitzugestalten und sich zu engagieren. Viele „junge Alte“ möchten frei gewordene Zeit nützlich einbringen in „ihre“ Stadt. Gleichzeitig funktioniert Gesellschaft – im Großen wie im Kleinen – nur durch das Engagement und die Verbundenheit, Identifikation und Teilhabe der Bürger*innen.

Um diese Entwicklungen und Tendenzen aufzugreifen, sie produktiv und proaktiv zu gestalten, hat sich ein Bürgerschaftsnetzwerk in Unna gegründet. Bestehende Institutionen, Organisationen oder Aktive wie das Forum Generationen haben diesen Prozess in Gang gesetzt. Auf breiteren Füßen soll er verstetigt und vorangebracht werden. „Lebendige Zukunft - gemeinsam für Unna“, so lautet das Motto des Netzwerks und seiner Arbeit. Für dieses Netzwerk hat sich ein Lenkungskreis gebildet zur Koordination und Unterstützung der bestehenden bürgerschaftlichen Aktivitäten. Doch wie sieht der Status Quo genau aus? Wie gut ist es um das bürgerschaftliche Engagement in Unna bestellt?

Ziele

Das Forschungsprojekt verfolgte das Ziel, eine Bestandsaufnahme zum vorhandenen bürgerschaftlichen Engagement zu erstellen, vorhandene Potenziale sichtbar zu machen und Leerstellen aufzudecken. Folgende Forschungsfragen stehen dabei im Mittelpunkt:

Wer bietet in welchen Bereichen welche Art von Aktivitäten an?
Welche Gruppen oder Teile der Bevölkerung Unnas engagieren sich nicht?
Wie arbeiten Anbieter zusammen? Gibt es Synergien?
Wie ließe sich die Zusammenarbeit verbessern?
Fehlen Angebote? Wer könnte dafür gewonnen werden?
Vorgehen

Bestandsanalyse: Qualitative Interviews mit Expert*innen in ausgewählten Bereichen wie z.B. Kultur, Sport, Gesundheit (September 2017 – Mai 2018). Zudem eine quantitative Befragung unter ehrenamtlich Aktiven, die über die Vereine und Organisationen lanciert wird (April/Mai 2018).
Netzwerkanalyse: Auf Basis der Interviewanalysen und Befragungsdaten entsteht eine Netzwerk-Landkarte aus Akteur*innen und ihren Themengebieten. (Juni – September 2018)
Empfehlungen: Schlussfolgerungen aus den Analysen legen Leerstellen offen bezüglich fehlender Bevölkerungsgruppen als Anbieter sowie angebotene Themenbereiche. Ansatzpunkte für eine Wertschätzungskultur werden sichtbar gemacht. (November 2018)
Nach erster Umfrage zu Umfang, Charakter und Barrieren des bürgerschaftlichen Engagements in Unna v.a. an Funktionäre und Aktive der Vereine und Verbände soll sich eine zweite Befragung an die Basis richten. Wer ist inwieweit aktiv und warum? Wer nicht und warum nicht? Inwiefern wird Ehrenamt als sinnvoll wahrgenommen und wertgeschätzt? (2020)

Publikationen

Erläuterungen und Hinweise

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