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Forschung

Studie zur Nachhaltigkeit im Profi-Fußball

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Das Schaubild zeigt die nach Wichtigkeit sortierten Bewertungen der Online-Erhebung.

Welche Erwartungen haben Fußball-Fans an die nachhaltige Ausrichtung von Profi-Clubs? Eine repräsentative Rangfolge ermittelten jetzt Forschende um Prof. Dr. Axel Faix, der sich am Fachbereich Wirtschaft der Fachhochschule Dortmund mit strategischem Management beschäftigt.

„Die wichtigste Anforderung von Fans an einen Club ist laut unserer Online-Erhebung mit insgesamt 1.047 Teilnehmenden die Integration des eigenen Nachwuchses in die Profi-Mannschaft“, berichtet Axel Faix. Dass dieses Kriterium (Mittelwert 4,52 von 5) an der Spitze liegt, wundert den Experten nicht: „Mit diesem Ansatz von wirtschaftlich-nachhaltiger Vereinsführung lassen sich strategisch günstige Entwicklungen mit begrenztem Ressourcen-Einsatz erreichen, dazu gehört natürlich auch die Identifikation der Fans mit den Nachwuchsspieler*innen.“

Einsatz für Menschenrechte

Direkt auf dem zweiten Platz der Anforderungen folgt der Einsatz gegen Diskriminierung/Rassismus und für Menschenrechte (Mittelwert 4,43). „Clubs können soziale Verantwortung übernehmen, indem sie zum Beispiel problematische Verhaltensweisen von Institutionen in ihrer Kommunikation gezielt anprangern“, erläutert Axel Faix. Das sei besonders dann effektiv, wenn ein Club eine exponierte Stellung, eine breite Fan-Basis und glaubwürdige Handlungsträger*innen als Vorbilder habe. „Dann gibt es auch gute Möglichkeiten, Fairplay, Solidarität und Integration wirksam voranzutreiben.“

Die letzten von elf Plätzen entfallen auf ökologisch orientiertes Handeln (3,68) und die Förderung von Frauen in Leitungsgremien (3,28), wobei die Abstimmungswerte verglichen mit den übrigen zwar etwas geringer sind, aber dennoch eine erhebliche Relevanz auch dieser Bereiche belegen.

Vielschichtige Nachhaltigkeit

Die in der Erhebung aufgegriffenen Themen, die wirtschaftliches, soziales und ökologisches Verhalten abdecken, basieren auf einem mehrstufigen Prozess, an dem sich Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis des Profi-Fußballs sowie ausgewählte Fans beteiligt hatten. „Im Profi-Fußball bekommt die Berücksichtigung der Corporate Social Responsibility einen zunehmend hohen Stellenwert“, sagt Axel Faix. Zu den Kriterien mit hoher Relevanz gehören seinen Auswertungen zufolge neben dem verantwortlichen Wirtschaften der Clubs auch der Kampf gegen gesellschaftliche Benachteiligungen und die Unterstützung Bedürftiger durch soziales Engagement.

Weckruf an Verantwortliche

„Grundsätzlich stehen zahlreiche Maßnahmen zur Verfügung, um im Profi-Fußball eine stärkere Nachhaltigkeit zu erreichen“, kommentiert Axel Faix. Mit den Studienergebnissen verbindet er eine Art Weckruf an die Verantwortlichen, darunter die Clubs, die Deutsche Fußball-Liga (DFL), der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Sponsoring-Partner: „Sie sollten sich zügig kümmern um wirkungsvolle Maßnahmen, die teilweise bereits vorhanden oder geplant sind, damit sie letztlich auch den Erwartungen der Fans gerecht werden und langfristig ihre gesellschaftliche Akzeptanz sichern.“

Verbindlichkeit sichern

Für mehr Verbindlichkeit regt Axel Faix an, überprüfbare Standards und ein regelmäßiges Reporting zu etablieren und beispielsweise von Rating-Agenturen bewerten zu lassen. Der Experte gibt aber mit Blick auf einen Bericht der „Taskforce Zukunft Profi-Fußball“ der DFL zu bedenken: „Mögliche Maßnahmen werden von den Akteur*innen im Profi-Fußball nicht immer einhellig bewertet, Kritiker*innen bringen vor allem Kostenargumente ins Spiel.“

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